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TSV Rot-Weiss Zerbst bei Wikipedia

Ein Leben für den Sport: Ilse Panjas

Anlässlich ihres 80. Geburtstages wurde die Zerbsterin Ilse Panjas mit der Ehrennadel des Landessportbundes in Gold ausgezeichnet.

 

TSV-Präsident Wolfgang König (links) überreichte Jubilarin Ilse Panjas die goldene Ehrennadel für ihr jahrzehntelanges Engagement im Sport, sei es als Aktive, als Übungsleiterin oder in der Vereinsarbeit. Foto: Sport Print ZanderZerbst/Bone l  Überbracht wurde die hohe sportliche Auszeichnung von Wolfgang König, Präsident des TSV Rot-Weiß Zerbst. Dafür gab es von den vielen anwesenden Gästen sehr viel anerkennenden Applaus. Als 15-Jährige wurde Ilse Panjas 1953 Mitglied in der damaligen BSG Einheit Zerbst. Sie fand Gefallen am Laufen, Turnen und Werfen. Es dauerte nicht lange, da erkannte man ihr großes Talent, das Handballspiel. Zuerst wurden auf Großfeld die Tore geworfen. Erst Jahre später kam dann Hallenhandball dazu. Anfangs meist auswärts, weil in Zerbst die entsprechende Halle fehlte.

Heute können sich nur noch wenige an die aktive Handballzeit auf dem Großfeld erinnern. Ilse Panjas gehört gewiss dazu. Die Mutter von zwei Söhnen hat sowohl auf dem Großfeld als auch in der Halle maßgeblich zum Höhenflug der früheren Zerbster Handballfrauen beigetragen. Immerhin spielten die Frauen Anfang der 60er Jahre unter Aktivist Zerbst in der DDR-Großfeldoberliga, der damals höchsten Liga.

Später sorgte dann die Mannschaft mit Ilse Panjas, Dorethea „Dorli“ Rathmann, Marga Berzau, Doris Wander, Rosemarie „Rosi“ Nawior, Undine Kitzing, Hannelore „Hanne“ Sachse, Ingrid Sauermann, Christine „Tine“ Müller und Sieglinde Kelsch für Furore unterm Hallendach.

DDR-Liga hatten die Frauen in den 60er und fast durchweg in den 70er Jahren gespielt. Helmut Klatt war damals ihr unvergessener Trainer und Achim Schnelle, der viel zu früh verstorbene Betreuer.

Und immer dabei und immer vornweg: Ilse Panjas. Erst 1988, dann schon im biblischen Handball-Alter, hat „Ilse“ ihre Handballschuhe an den Nagel gehängt. Vorher und vor allem nachher hat sie bis 1992 ihr Können und ihre Einstellung zum Sport als Übungsleiterin im Nachwuchsbereich weiter gegeben. Woche für Woche, Wochenende für Wochenende. Und alles in Absprache und familiärer Organisation mit ihrem Mann Dieter, der den Zerbs- tern als erfolgreicher Fußballer genauso in sportlicher Erinnerung geblieben ist.

Kein Wunder, dass ihre beiden Söhne, Thomas und Marcus, auf dem Fußballplatz und in der Handballhalle groß wurden und später selber sehr aktiv waren.

Groß muss der Zusammenhalt in den Mannschaften gewesen sein, in denen „Ilse“ aktiv war. Noch heute trifft man sich regelmäßig und unterstützt sich. Beispielgebend ist das jährliche Teichfest in Deetz bei Hannelore Sachse. In Vorbereitung werden dann die Stände mit aufgebaut oder der Verkauf organisiert. Ilse Panjas ist dann beim Brötchenschmieren kaum zu bremsen.

Jubilarin engagiert

Die Jubilarin war und ist sehr engagiert, wenn es um „ihren Verein“ geht, dem sie von 1953 bis heute die Treue gehalten hat. Viele ältere Mitglieder kennen „Ilse“ noch, als sie über 18 Jahre hauptamtlich für die BSG Einheit/Empor Zerbst und bis 1994 für den TSV Rot-Weiß Zerbst tätig war.

Sie führte im Auftrag des Vorstandes umsichtig die Geschäfte des Vereins und verwaltete die Finanzen. Bei einer damaligen Mitgliederzahl von 1 000 kein leichtes Unterfangen. Ihr kleines Büro im Vereinsheim war damals ihr Arbeitsplatz, ihr „Zuhause“.

Anfang der 90er Jahre erkannte sie die Notwendigkeit der Betreuung und der Wertschätzung für ältere, nicht mehr aktive Mitglieder. Diese Seniorenbetreuung liegt ihr noch heute am Herzen. Seit 1993 zeichnet „Ilse“ dafür mit verantwortlich. Organisiert, gratuliert, spricht Trost aus und erzählt mit ihren Senioren, heute fast durchweg nur noch Seniorinnen, über alte, sehr erlebnisreiche und schöne Zeiten eines Sportlerinnen-Lebens.

Ilse Panjas war nicht nur sportlich sehr aktiv und erfolgreich, sondern engagierte sich immer wieder für das Drumherum, für das, was Vereinsleben ausmacht.

Dieses Engagement lobte auch Vereinspräsident Wolfgang König auf der Geburtstagsfeier der Jubilarin mit der Familie, Freunden und langjährigen Wegbegleitern in der Gaststätte in Bone und überreichte ihr zum Dank die Ehrennadel des LSB in Gold. Ilse Panja ist das fünfte TSV-Mitglied, dem diese hohe Ehre zu Teil wurde.

 

Aktualisiert (Samstag, den 01. Dezember 2018 um 12:39 Uhr)