2800 Teilnehmer beim Wings for Life World Run in Leipzig

Muttertag bedeutete am Sonntag (10.05.2026) in Leipzig nicht nur Blumensträuße und Familienkaffee, sondern für rund 2800 Läuferinnen und Läufer auch Laufschuhe, Sonnencreme und jede Menge Schweiß. Beim Wings for Life World Run gingen 350.000 Menschen weltweit gleichzeitig an den Start. Das einzige Ziel dabei: Laufen für die Rückenmarksforschung.

Denn hinter dem außergewöhnlichen Laufevent steckt ein ernster Hintergrund. Weltweit leben Millionen Menschen mit Querschnittlähmung. Der Wings for Life World Run sammelt Spenden, um Forschung zu finanzieren, die Verletzungen des Rückenmarks eines Tages heilbar machen soll. Das Besondere dabei: 100 Prozent der Startgelder und Spenden fließen direkt in die Forschung. Durch den Wings for Life Lauf kam dieses Jahr eine beträchtliche Spendensumme in Höhe von 9,2 Mio. Euro zusammen. Damit lässt sich mit Sicherheit viel bewegen.

Auch das Rennformat unterscheidet sich von klassischen Läufen. Eine feste Ziellinie gibt es nicht. Stattdessen startet 30 Minuten nach dem Laufbeginn das sogenannte Catcher Car, das nach und nach alle Teilnehmende einholt. Anfangs fährt das Fahrzeug mit 14 kmh, später wird das Tempo schrittweise erhöht. Wer eingeholt wird, dessen Rennen ist beendet.

In Leipzig führte die Strecke auf einem rund fünf Kilometer langen Rundkurs am Sportforum. Ein besonderes Highlight ist der Einlauf in die Red Bull Arena und der Lauf durch den Mannschaftstunnel in Richtung Sportforum. Für viele Teilnehmer war genau das einer der schönsten Momente des Tages: einmal durchs Stadion laufen wie die Profis von RB Leipzig.

Doch so spektakulär die Strecke wirkte, so anspruchsvoll war sie auch. Bei 22°C und strahlendem Sonnenschein warteten immer wieder kleinere, aber unangenehme Anstiege auf die Athletinnen und Athleten. Insgesamt kamen pro gelaufener Runde immerhin rund 40 Höhenmeter zusammen. Vor allem auf den längeren Distanzen wurden die Beine zunehmend schwerer, während das Catcher Car langsam, aber unaufhaltsam näher kam.

Unter dem Starterfeld waren auch Christina Schulze und Wiebke Schierloh vom TSV Rot-Weiß Zerbst. Die beiden hatten sich vorgenommen, mindestens zweimal durch die Arena zu laufen – ein Ziel, das sie sogar übertrafen. Erst beim dritten Stadiondurchlauf war Schluss: Nach 13,91 Kilometern (1 Stunde 27 Minuten) wurden sie schließlich vom Catcher Car eingeholt.

Besonders beeindruckend: Der letzte verbliebene Läufer in Leipzig wurde erst nach unglaublichen 54 Kilometern vom Catcher Car eingeholt. 

Auch organisatorisch zeigte sich die Veranstaltung bestens vorbereitet. Die Stimmung entlang der Strecke blieb ausgelassen. Zuschauende feuerten die Läuferinnen und Läufer an, Musik sorgte für Festivalatmosphäre und rund um die Arena herrschte den gesamten Nachmittag reges Treiben.

Und vielleicht macht genau das den besonderen Charakter dieses Laufs aus. Während im Alltag oft jede Minute verplant ist und viele Menschen schon über volle Terminkalender stöhnen, nahmen sich hier Tausende freiwillig Zeit, um für Menschen zu laufen, deren Alltag von ganz anderen Herausforderungen geprägt ist. Ein paar Stunden lang ging es nicht um Bestzeiten oder Medaillen, sondern einfach darum, gemeinsam etwas Sinnvolles zu bewegen. Also, wer im nächsten Jahr auch was bewegen möchte: Merkt euch den Wings for Life World Run am 09.Mai 2027 schon mal vor!

Text und Fotos: Christina Schulze


Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 12.05.2026 um 08:09 von:
Torben Fischer
https://tsv-rot-weiss-zerbst.de